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Lars Steinig

Psychologe (Angewandte Psychologie B.Sc.)
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zuhören in Partnerschaften - so kann es gelingen

Eheberatung und Paartherapie im Kreis Borken
Mein Partner hört mir nicht zu

 
 
„Wir reden ständig aneinander vorbei“ oder „Mein Partner/in hört mir gar nicht zu“ oder „Ich weiß nicht, wo Du gedanklich bist, Du bist irgendwie abwesend“.
 
Diese und ähnliche Sätze fallen in der Paarberatung häufig. Das Problem: In der Beziehung entsteht das Gefühl, dass der Partner oder die Partnerin nicht mehr richtig zuhört oder emotional nicht mehr richtig zu erreichen ist. Zuhören ist, neben dem Sprechen, ja der zweite Teil einer funktionierenden Kommunikation. Doch wie genau kann ich meinem Partner oder meiner Partnerin das Gefühl vermitteln „richtig“ zu zuhören. Das ist einfacher als Sie denken.
 
Nehmen Sie die folgenden Tipps und versuchen Sie sie im Alltag umzusetzen.

 
 
#1 Zuhören heißt nicht unterbrechen
 
Gewöhnen Sie sich an den Partner oder die Partnerin im Redefluss nicht zu unterbrechen. Wer unterbricht sendet das Signal „Das, was Du gerade zu sagen will ich nicht hören und ist auch nicht so wichtig“. Ein fatales Signal, da es Frust auslöst. Ggf. wird der Partner seinen Redefluss, seine Sprechintensität nur verstärken, um das Gefühl zu bekommen durchzudringen. Wer nicht unterbricht, sendet ein positives Signal.
 
Wer zuhört und den Partner nicht unterbricht, stimmt nicht automatisch zu. Dies wird häufig angenommen. Der Partner schweigt = Er/Sie hat keine Argumente mehr oder stimmt dem Sprecher zu. Das ist nicht so. Wer zuhört stimmt nicht automatisch zu.

 
 
#2 Zuhören heißt sich Zeit nehmen
 
Sorgen Sie dafür, dass Sie sich nicht ablenken lassen. Wer zuhört schaut nicht zum TV, zum Handy, liest in der Zeitung oder verlässt den Raum. Zuhören bedeutet, sich dem Partner/Partnern zuzuwenden. Richten Sie Ihren Körper in Richtung des Partners/Partnerin aus, bauen Sie Blickkontakt auf, nehmen sie selbst eine entspannte Körperhaltung ein. Bleiben Sie gelassen.

 
 
#3 Zuhören heißt wiedergeben, was verstanden wurde
 
Als Zuhörer nehmen Sie Botschaften des Partners auf. Diese Botschaften erhalten Sie in Form von Worten, in Form von Körpersprache, in Form von Gestik und Mimik oder sogar in Form von Sprechmelodie. Sie kennen den Spruch „Der Ton macht die Musik“. Manchmal sind die Botschaften des gesprochenen Wortes und der nonverbalen Botschaften identisch. Dann spüren Sie deutlich, dass was der Partner/Partnerin sagt, ist ernst gemeint und stimmig. Manchmal sind die Botschaften aber auch eben nicht stimmig. Dann sagt der Partner „alles ist OK“ und Sie sehen an der Körpersprache oder am Tonfall das eben nichts OK ist. Machen Sie es sich zur Passion, die Inhalte, die Sie aufnehmen in eigenen Worten wiederzugeben. Sie sagen dann, „Schatz Du sagst alles ist OK, aber Deine Haltung sagt mir, dass etwas nicht stimmt“. Die Wiederholung dessen, was Sie gehört haben hat einige Vorteile. Sie vermitteln wieder sehr deutlich das Gefühl, dass Sie mit ganzer Aufmerksamkeit bei Partner/Partnerin sind. Dies schafft eine positive Atmosphäre. Und Sie erhöhen die Chance, dass es nicht zu Missverständnissen kommt. Wiederholen Sie das, was Sie verstanden haben mit eigenen Worten, kann Ihr Partner/Partnerin kontrollieren, ob das, was gesendet wurde auch wirklich angekommen ist. Probieren Sie es aus – es ist eine sehr starke Technik.

 
 
#4 Zuhören heißt Fragen stellen
 
Wer zuhört wird in sich selbst ein inneres Bild von dem entwickeln, was der Partner sagt. Es ist aber nie das identische innere Bild des Partners. Um ein möglichst gleiches Bild wie der Partner zu entwickeln, müssen Sie das innere Bild des Partners/Partnerin erforschen. Hierzu ist es notwendig Fragen zu stellen. Gewöhnen Sie sich an offene Fragen zu stellen. Offene Fragen halten das Gespräch lebendig, sie geben mehr Informationen und senden ein hohes Interesse. Vergessen Sie nicht: Es gibt unterschiedliche Ebenen in diesem Bild zu erforschen. Sie können die Sachebene erforschen – also nach Tatsachen fragen. Sie können die emotionale Ebene erforschen -also nach Gefühlen fragen. Sie können die körperliche Ebene erforschen – also nach konkreten körperlichen Reaktionen fragen. Sie können die Visionen erforschen -also nach Bedürfnissen oder Wünschen fragen.
 
Gewöhnen Sie sich an, nach der Zusammenfassung Fragen zu stellen.

 
 
#5 Zuhören heißt auch eigene Bedürfnisse / Situationen in Kontakt bringen
 
Nur, weil der Partner gerade sprechen möchte, heißt das nicht, dass auch Sie automatisch alles stehen und liegen lassen müssen. Seien Sie ehrlich zu sich und dem Partner/ Partnerin. Wenn das Gespräch nicht passt, teilen Sie Ihrem Partner/Partnerin mit, dass sie aktuell nicht zuhören können, sich aber dennoch für das interessieren, was es zu erzählen gibt. Verabreden Sie einen Zeitpunkt an dem Sie sich dem Partner/ Partnerin widmen können.
 
 
Schön ist, wenn beide Partner in der Beziehung sich an diese einfachen „Regeln“ halten. So eröffnen Sie die Möglichkeit das Gespräche in Gang bleiben. Nur, wenn Sie als Paar im Gespräch bleiben, haben Sie die Chance Kompromisse und Lösungen zu finden. Richtig zuhören ist da ein wichtiger Schritt.
 
 
Neben dem zuhören, ist auch das „richtige Sprechen“ enorm wichtig, für eine gute Kommunikation.

 
P.S. Wenn Sie als Zuhörer wahrnehmen, dass Sie auf der „Anklagebank sitzen“ und es nur Kritik und Vorwürfe hagelt, dann setzen Sie, bevor Sie emotional überfluten eine Grenze und bitten darum das Gespräch zu verschieben.





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